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Nachrichtendienst Polen 30. Mai 2000
1.
Finanzergebnisse der Unternehmen in Polen
Im ersten Quartal 2000 haben sich die Finanzergebnisse der Unternehmen gebessert. Zum ersten Mal seit zwei Jahren sind im ersten Quartal 2000 die Einnahmen der Unternehmen schneller gewachsen als deren Kosten. In der Folge waren die ökonomischen Werte besser als vor einem Jahr. Die Rentabilität ist gestiegen, verschlechtert dagegen haben sich die Indizien der Liquidität. Im ersten Quartal 2000 betrugen die Einnahmen der Unternehmen 206,5 Mld. PLN und waren damit um 30,1 Mld. PLN höher im Vergleich zum analogen Abschnitt 1999. Ähnlich wie vor einem Jahr haben Privatfirmen das Gros der Einnahmen (137,2 Mld. PLN ) erwirtschaftet. Der Kostenniveauindikator betrug im ersten Quartal 97,9 % ( 99,1 % vor einem Jahr ). Das Finanzergebnis Brutto ist, von 1,7 Mld. PLN im ersten Quartal 1999, auf 4,4 Mld. PLN in |
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vergleichbarer Zeit 2000 geklettert. Die obligatorischen Belastungen dieses Ergebnisses betrugen insgesamt 2,9 Mld. PLN (2,6 Mld. PLN - 1999 ), davon entfallen 2,6 Mld. PLN auf die Einkommenssteuer der Unternehmen.
Im Resultat lag das Finanzergebnis auf dem Niveau 1,5 Mld. PLN, 1999 war das noch ein Verlust von ca. 0,8 Mld. PLN. Auf den Privatsektor entfallen 0,6 Mld. PLN und auf die Staatsunternehmen 0,9 Mld. PLN des erarbeiteten Gewinns. Auch die Rentabilität der Unternehmen hat sich in dem Zeitraum gebessert. Die Rentabilität Brutto erhöhte sich von 1 % 1999 auf 2,1 %, die Rentabilität Netto von - 0,5 % auf 0,7 % im ersten Quartal dieses Jahres. Die höhere Rentabilität haben übrigens vor privaten die öffentlichen Unternehmen verzeichnet. Die Werte sind entsprechend 1,3 % und 0,5 %.
Der Liquiditätsindikator des ersten Grades war im allgemeinen schlechter für alle Unternehmen als vor einem Jahr und betrug 16,3 % gegenüber 17,3 % 1999. Das zeigt, dass die Firmen weiterhin nicht über genügend Mittel verfügen, um laufende Verbindlichkeiten zu bezahlen. In den privaten Unternehmen hat sich diese Liquidität verschlechtert, in den öffentlichen dagegen gegenüber dem ersten Quartal 1999 verbessert.
Der Anteil der Unternehmen mit einem positiven Mehrwert Netto in der Gesamtzahl der Unternahmen betrug in dem ersten Quartal 2000 50,8 % und war damit um 0,6 % geringer als im ersten Quartal 1999.
Nachrichtendienst Polen 23. Mai 2000
1.
Rating von Polen
In der Bewertung der Reformstaaten ist nur Slowenien besser als Polen.
Die Ratingwerte Polens als das Prädikat für die Zahlungsfähigkeit des Landes wurden sowohl für die Devisen- als auch Zlotyverbindlichkeiten angehoben. Das langfristige Devisen - Rating ist jetzt BBB+ (vorher BBB), das kurzfristige Devisen Rating A-2 (vorher A-3), das Rating von langfristigen Zahlungen in Zloty A+ (vorher A ), das Rating für kurzfristige Zahlungen in Zlotys bleibt A-1.
Dieses bessere Rating bedeutet eine höhere Glaubwürdigkeit des Landes in den Augen internationaler Investoren. Diese Angaben sind im Augenblick, da wo die Währung starkem Druck unterliegt, der Kurs von Zloty schwankt und das Defizit in laufenden Zahlungsbilanz wächst, besonders wichtig. Die guten Ergebnisse Polens geben sowohl der Regierung als auch den Unternehmen Möglichkeiten, auf dem internationalen Markt Finanzmittel günstiger zu erlangen.
Das gute Prädikat Polens bedeutet nicht, dass das Risiko von Kursschwankungen nicht mehr besteht. Es gibt auch keine Garantie für Investoren auf eine anhaltend hohe Rentabilität der in Polen getätigten Geldgeschäfte. Das Rating beschreibt jedoch die Zuverlässigkeit Polens, auch wenn der Währungskurs korrigiert wird. Die verbesserten Rating Angaben Polens sind das Ergebnis der großen internationalen Akzeptanz für die polnische, makroökonomische Politik der letzten 2 Jahre, vor allem der Geld- und Fiskalpolitik.
Die Einführung von Renten-, Administration-, Gesundheits-, und Schulreformen sind weitere Faktoren zur Steigerung von Polens Verlässlichkeit als internationaler Partner. Der Fortschritt von Strukturreformen, vor allem der der Privatisierung und Modernisierung der Banken, die hohen Devisenreserven des Landes, das seit langem gute Investitionsklima in Polen, sowie die gute Zusammenarbeit zwischen der polnischen Regierung und der Zentralbank sind die Gründe für die positive Einschätzung des Landes.
Einige Risiken in der weiteren Entwicklung Polens gibt es dennoch. Dazu werden hohe Gesellschaftskosten bei der Restrukturierung der Landwirtschaft, hohe Kosten der Rentenreform und der Reform im Bergbau gezählt. Auch schwache Rechts- und Verwaltungsstrukturen bremsen eine schnelle Entwicklung des Privatsektors. |
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Nachrichtendienst Polen 16. Mai 2000
1.
Änderung des Ausländergesetzes
Mit dem neuen Gesetz wird das Ausländerrecht an die Handhabung in der EU angeglichen. Schon das 1997 verabschiedete Gesetz hat Schritte in die Richtung gemacht. Seitdem wurde es zweimal novelliert.
Dem Entwurf nach bekommen Ausländer in Polen mehr Rechte als bisher.
Die Definition des Begriffes Sicheres Drittland wird geändert. Demnach muss es sich um ein Land handeln, in dem Rechtsstaatlichkeit herrscht, und die Menschen auf Grund deren Rasse, Religion, Nationalität, Volkszugehörigkeit oder politischer Ansichten nicht verfolgt werden.
In das Gesetz wird ein neues Kapitel über zeitlich beschränkten Schutz eingeführt. Dieser Schutz wird im Fall eines Krieges, ethnischer Konflikte oder krasser Menschenrechtsverletzungen gewährleistet.
Der Schutz wird gewährleistet, bis eine sichere Rückführung möglich ist. Eine Rückführung in ein Land in dem der Flüchtling Torturen ausgesetzt werden kann, oder auf eine andere unmenschliche Art behandelt wird, wird verboten. Wenn ein illegaler Ausländer innerhalb von 48 Stunden nicht einem Richter vorgeführt wird, muss er aus der Haft entlassen werden. Ähnlich wenn er nicht innerhalb von 24 Stunden einen Bescheid über die Berechtigung seiner Festnahme erhält.
Ehegatten von Ausländern, die einen Asylantrag gestellt haben, bekommen diesen Status nicht mehr automatisch wie das heute noch der Fall ist. Jede Person muss über diesen Schritt selbst entscheiden. Anträge werden innerhalb von 6 Monaten bearbeitet.
Status eines Flüchtlings wird auch den Kindern zugesichert. Sie bekommen eine befristete Erlaubnis zum Aufenthalt in Polen. Eine Ausweisung in das Herkunftsland kann nur im Fall eines dort gewährleisteten Schutzes von Angehörigen oder caritativen Organisationen stattfinden.
Eine detaillierte Regelung erfolgt auch für den Fall des Zusammenführens von Familien. Eine zeitbefristete Erlaubnis oder das Recht auf Niederlassung in Polen kann dem Entwurf nach der Ehegatte, das eigene Kind oder auch das des Ehegatten bekommen. Der Ausländer muss sich demnach mindesten fünf Jahre in Polen rechtsmäßig aufhalten. Eine entsprechende Regelung wird auch in Bezug auf Ehegatten oder weitere Familienangehörige polnischer Bürger getroffen.
Des weiteren werden auch Regelugen gegen Scheinehen, die nur zum Zweck der Erlangung der Aufenthaltserlaubnis geschlossen werden, eingeführt. Unter anderem werden die Situationen erwähnt, dass Ehegatten wechselseitig nicht einmal Ihre Personaldaten kennen oder sich ganz flüchtig einmal gesehen haben.
Das Recht auf Aufenthalt in Polen wird für Ausländer zunächst auf 2 Jahre befristet, und kann um weitere 2 Jahre verlängert werden. Das Niederlassungsrecht wird erst nach zehn Jahren legalem und rechtsmäßigem Aufenthalt zugesprochen. Dieselbe Regelung betrifft in Polen geborene Kinder der Ausländer.
Um die Arbeit der Grenzkontrolle, die Legalität in Bezug auf das Aufenthaltsrecht etc. zu gewährleisten wird das Landesinformationssystem (KSI) aufgebaut. In der Praxis bedeutet es einen weiteren Ausbau des bisherigen Systems "Pobyt". Das System wird neben den Daten von Personen auch z.B. ein Register gestohlener Gegenstände verwalten.
Das neue Gesetz wird um ein Kapitel zu Repatriationsfragen ergänzt (URiC). In jeder Wojewodschaft sollen dann entsprechende Ämter zur Erortung dieser Fragen entstehen. Entsprechend dem Entwurf ist das Visum ein Dokument das einem Ausländer, Bürger anderen Landes, Bewegungsfreiheit im gesamten Land gewährleistet. Visa können bis zu drei Monaten gültig sein; eine Verlängerung um weitere drei Monate darf beantragt werden. In den Veröffentlichungen des Ministers des Inneren und der Verwaltung werden Listen der Staaten veröffentlicht, deren Bürger von der Visumpflicht befreit sind.
Der Entwurf legt fest, in welchen Fällen der Antrag auf Erteilung eines Visums abgelehnt werden darf, oder wann ein Visum aberkannt wird; er regelt auch die Bedingungen für eine Ausweisung.
Im Zuge der Gesetzänderung werden die bisherigen Dokumente des begrenzten und festen Aufenthaltes durch ein einheitliches Dokument ersetzt. |
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Nachrichtendienst Polen 9. Mai 2000
1.
Transport in Polen
Die vor kurzem vorgelegte Rankingliste zu den 500 größten Unternehmen in Polen gibt Aufschluss auch über die Situation im Transportwesen. Zu den größten 500 zählen lediglich 17 Transportunternehmen, nur ein Teil davon ist in privater Hand. Die ist ein weiteres Zeichen für die mehrjährige Verspätung bei der Privatisierung der großen Staatsunternehmen in diesem Sektor.
Gleichzeitig gab es 1998 in Polen 200.000 Firmen, die im Bereich des Straßen-, Wasser- und Lufttransports tätig waren. Das beweist, wie wichtig gerade dieser Wirtschaftsbereich für Unternehmer ist. Gleichzeitig animiert der schlechte Zustand der Transportinfrastruktur in Polen das ausländische Kapital nicht gerade zum Engagement in diesem Bereich. Die ausländischen Spediteure wählen immer öfter Transitwege durch andere Länder. Immer noch fehlen auch entsprechende Regulierungen, die die Umweltbelastung berücksichtigen. Dies führt unter anderem dazu, dass in Polen der Wassertransport eine marginale Rolle spielt und der Schienentransport, allen voran die Polnische Bahnen PKP, mit gravierenden finanziellen Problemen zu kämpfen hat.
Die meisten privaten Transportunternehmer sind im Bereich des Straßentransports tätig, sind jedoch zu klein, um zu den ersten 500 zu gehören.
In der diesjährigen Zusammenstellung der größten 500 Firmen fanden sich 4 Unternehmen aus dem Bereich Straßentransport und Spedition. Zwei - Trade-Trans (Platz 155) und Pekaes Multi-Spedytor ( Platz 232) - sind Eigentum privater und ausländischer Unternehmer. Sie zeichnen sich durch einen hohen Anteil an Exportleistungen aus. Im Augenblick können diese Speditionsunternehmen einen ausgeglichenen Rentabilitätsfaktor Brutto um ca. 3 % ausweisen. Die Ausnahme stellt die Firma Spedpol ( Platz 399 ) mit 6,7% bei hohem Einnahmenwachstum um 27 % dar.
Auf der Liste der 500 größten polnischen Betriebe fanden sich 5 Reedereien. Das größte staatliche Unternehmen ist Polska Zegluga Morska (Platz 112) mit Einnahmen 1999 über 840 Mln. PLN. Trotz seiner Größe hat das Unternehmen im letzten Jahr Verluste gemacht. Platz 415 belegt Polska Zegluga Baltycka. Dieses Unternehmen - ebenso aus dem Bereich Reedereien hat sich 1999 sehr dynamisch entwickelt. Seine Einkünfte sind um 33 % gewachsen, und das obwohl das Unternehmen noch im Vorjahr große Verluste hinnehmen musste.
Von den regionalen Transportunternehmen zur Beförderung von Personen zählen diejenigen in den Großstädten zu den größten: Lodz ( 326) i Krakau (466). Das Unternehmen aus Lodz hat 1999 eine Rentabilität von 2,6% erreicht, das Krakauer Unternehmen dagegen Verluste erlitten.
Auf Platz 37 befindet sich PLL LOT als das einzige Lufttransportunternehmen. In der letzten Zeit hat sich seine finanzielle Lage gebessert, die Einnahmen wuchsen um 21,2 %, und der Rentabilitätsfaktor Brutto betrug 0,14 %, was im Vergleich zum Vorjahr (-1,3 %) eine positive Entwicklung darstellt.
Pipelinetransport wird mit einem auf Platz 201 etablierten Unternehmen Przedsiebiorstwo Eksploatacji Rurociagow Naftowych Przyjazn vertreten. Die Firma ist der Hauptzulieferer für den Petrochemiegiganten Polski Koncern Naftowy, und transportiert große Mengen des Rohöls unter anderem nach Deutschland. Nahezu die Hälfte der Einnahmen von PERN stammen aus dem Export. Dank seine monopolistischen Stellung auf dem Markt ist PERN seit Jahren in glänzender finanzieller Lage. Sein Rentabilitätsfaktor Brutto betrug fast 38 %. Von allen größten Unternehmen hat nur die Bank Gospodarstwa Krajowego in Warschau eine noch höhere Rentabilität erreicht. |
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Nachrichtendienst Polen 2. Mai 2000
1.
Polnische Manager berichten über die wichtigsten Probleme
Polnische Betriebe haben an der Schwelle zum 21. Jahrhundert Finanzprobleme. Diese Probleme machen die langfristige Geschäftsplanung unmöglich. Statt über Strategie und Ausbau der Vorteile gegenüber der Konkurrenz nachzudenken, sind sie gezwungen, Zahlungen anzufordern und laufen sich dauernd verändernder Gesetzen nach.
Die vor kurzem veröffentlichten Ergebnisse einer Umfrage unter den Managern in Polen zeigen ein interessantes Bild.
Die hohe Stellung der Abteilungen Buchhaltung und Finanzen im Unternehmen, die Angst, Liquidität zu verlieren, Unzufriedenheit wegen hoher Steuern und Sozialabgaben führen zum Fazit: Unternehmerische Tätigkeit in Polen ist schweres Brot.
Gewinn ist nicht einfach zu erwirtschaften, wenn der Unternehmer zugleich mit unlauterer Konkurrenz und Korruption unter den Entscheidern kämpfen muss. Der tägliche Kampf um gute Finanzergebnisse zwingt zur Verwaltungsarbeit, statt strategisch zu planen. In 8 % der untersuchten Firmen konnten die Chefs nicht sagen, wer im Unternehmen für die Strategie verantwortlich ist, oder haben offen zugegeben, dass sie einen solchen Entwurf nicht haben.
Die Frage nach den Zielen des Unternehmens zeigt, dass weniger als die Hälfte der Manager ihre Tätigkeit für die weitere Zukunft plant. Das Ziel, einen Kreis zufriedener Kunden zu haben, gibt 45 % der Befragten an. Dynamische Entwicklung des Unternehmens ist das Ziel von 38 % Befragten, Erarbeiten einer guten Marke von 29 %.
Öfter wählen jedoch die Manager kurzfristige Ziele, die die wichtigsten Voraussetzungen zum Bestehen des Unternehmens über das nächste Jahr sichern. Es sind unter anderem Erhalt der Liquidität, Bestehen auf dem Markt, Sicherung der Arbeitsplätze.
Trotz ihrer Schwächen haben polnische Firmen kaum Angst vor der europäischen Konkurrenz. 42 % der Manager sind der Meinung, der EU Beitritt Polens werde einen positiven Einfluss auf ihre Firma haben, nur 16 % meinen, er werde sich negativ auswirken.
Die größten Hoffnungen, die mit dem EU Beitritt verbunden werden, liegen im Bereich der Anpassung der Vorschriften - das geben ca. 73 % der Manager an. Sogar die vor kurzem eingeführten großen Systemreformen, beurteilt unter dem Gesichtspunkt der Businesstauglichkeit, werden zum Teil als Vergeudung der Budgetmittel angesehen.
Nur jeder Dritte hat die Administrations- und Rentenversicherungsreform positiv beurteilt. Die Gesundheits- und Schulsystemreform wurden von den meisten kritisiert.
Zwei Drittel der Firmen haben 1999 Investitionen zur Einführung moderner Technologien getätigt. Von den Steuererleichterungen konnten 37 % der Firmen Gebrauch machen. 55 % der Firmen haben 1999 ein neues Produkt eingeführt. Auf Basis dieser Angaben könnte man sagen, es mangelt nicht an innovativen Betrieben in Polen, die die Mittel für die Entwicklung nicht scheuen. Es wird sich jedoch zeigen, ob diese Unternehmen auch die Konkurrenz auf dem globalen Markt bestehen können.
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