Nachrichtendienst Polen 28. März 2000

 

1.

 

Gesetz zur Anwendung der polnischen Sprache

 

In sechs Wochen - am 9. Mai - tritt das Gesetz vom 7. Oktober 1999 über die polnische Sprache in Kraft. Entgegen allgemeiner Meinung ist seine Bedeutung nicht ausschließlich auf die Bildung und den Gebrauch von Namen beschränkt. Das Gesetz schreibt vielmehr die Anwendung der polnischen Sprache vor allem im Rechtsverkehr vor.

 

Derzeit verfassen ausländische Firmen, die Geschäfte in Polen abwickeln, in der Regel keine Verträge auf Polnisch. Sie bleiben bei der ausländischen Fassung oder fügen eine Übersetzung an, die von einem vereidigten Dolmetscher gefertigt wurde. Ab dem 9. Mai werden solche Praktiken zumindest riskant. Die Erstellung der Verträge in polnischer Sprache wird zur Pflicht, wenn die Vertragserfüllung auf dem Gebiet der 

 
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Republik Polen stattfindet und mindestens eine Seite ein polnisches  Wirtschaftssubjekt mit Firmensitz in Polen ist. Diese Pflicht bezieht sich auch auf die Namen von Waren und Dienstleistungen, Angebote, Werbung, Gebrauchsanleitungen, Informationen über die Eigenschaften von Waren und Dienstleistungen, Garantiebedingungen, Rechnungen, etc.

 

Der Unternehmer, der diese Pflicht verletzt, muss mit unangenehmen Überraschungen rechnen. Die Konsequenzen wird er vor allem dann zu spüren bekommen, wenn er mit seinem Vertragspartner in Streit gerät und seine Rechte wahren will.

 

Im Gesetz heißt es u.a., dass der in fremder Sprache verfasste Vertrag keine Grundlage für die anknüpfenden Rechtsfolgen schafft.

 

Was dies in der Praxis bedeutet, wird unter Juristen noch diskutiert: Nach dem polnischen Zivilkodex sind Rechtshandlungen im Außenhandel nicht schriftformgebunden, sodass auch der mündlich abgeschlossene Vertrag grundsätzlich wirksam ist. So betrachtet könnte das Nichteinhalten der Sprachform nicht zur Unwirksamkeit des gesamten Vertrages, sondern lediglich dazu führen, dass die konkreten vertraglichen Vereinbarungen durch den schriftlichen Vertrag nicht nachgewiesen werden könnten, oder aber an die Stelle der schriftlichen Vereinbarungen gesetzliche Regelungen dieses Vertragstypus treten.

 

In einem sind sich alle einig: Diese Vorschriften können unterschiedlich interpretiert werden. Unabhängig jedoch von den Auswirkungen im Bereich des Zivil- und Steuerrechts muss der Unternehmer, der die polnische Sprache meidet, mit einer Geldbusse rechnen. Die ausschließliche Anwendung einer fremden Sprache im Juristischen Verkehr auf polnischem Gebiet wird als Ordnungswidrigkeit mit einer Geldbusse sanktioniert.

 

Unabhängig hiervon kann die Bussgeldbehörde eine Art von Wiedergutmachung in Höhe von bis zu ca. 50.000 DM zugunsten einer Stiftung verhängen.

 

2.

 

Wirtschaft

 

Die Wirtschaft in Polen wuchs im IV. Quartal 99 wieder schneller. Im Resultat stieg das BSP im IV. Quartal um 6,2 %. Diese Daten wurden vom Statistischen Amt am 22. März vorgestellt. Nach seinen Angaben dauert das Entwicklungstempo auch im Januar und Februar 2000 an.

 

In der Industrie stieg der Bruttogewinn im IV. Quartal im Vergleich mit 1998 um 11,5 %. Entscheidend für die Wirtschaftsbelebung 1999 war die Inlandsnachfrage, die schneller als das BIP wuchs.

 

Minus im Außenhandel

 

1999 haben sich wie schon 1998 ungünstige Tendenzen im Außenhandel abgezeichnet. Der Export schloss mit 27,4 Mld. USD (3,1 % weniger als 98 ), der Import mit 45,9 Mld. USD (2,5 % weniger als 98) ab. Das Handelsdefizit betrug 1999 18,5 Mld. USD gegenüber 18,8 Mld. USD im Jahr zuvor.

 

Auf diese Ergebnisse hat der Handel mit den mitteleuropäischen Ländern Einfluss gehabt, zu denen Polen 19,8 % weniger Waren exportierte als im Jahr zuvor. Der Export in hochentwickelte Länder ist jedoch um 0,7 % gewachsen, in die EU um 0,2 %. Auch der Handel mit den Entwicklungsländern stieg um 7,6 %. Diese Länder haben aber einen relativ kleinen Anteil von 6,7 % an Polens Export.

 

Defizitär war der Handel mit allen Ländern - die größte Differenz zwischen Export und Import bezieht sich auf die hochentwickelten Länder und beträgt 13,1 Mld. USD, davon entfallen 10,5 Mld. USD auf die Europäische Union.

 

Über lange Jahre war Russland auf Platz 2 -3 unter den Abnehmern von polnischen Produkten. 1999 rutschte es auf Platz 10. Der Handel mit der Ukraine wurde ebenso geringer.

 

Deutschland ist seit 8 Jahren der wichtigste Handelspartner Polens, jedoch war 1999 der Export nach Deutschland im Vergleich zu 98 um 3,3 % niedriger. Der Anteil des polnischen Exports nach Deutschland lag bei 36,1 %, im Import bei 25,2 % (Vorjahr entsprechend 36,3 % und 25,8 % ).

 

Investitionen

 

Das Statistische Amt hat auch Angaben zu den 1999 erfolgten Investitionen veröffentlicht. Die Unternehmen haben insgesamt für Investitionen 83,3 Mld. PLN ausgegeben. In inflationsbereinigten Preisen gerechnet bedeutet dies einen Zuwachs von 6 % im Vergleich zum Vorjahr. Die Ausgaben im Bauwesen stiegen um 7,6 %, Investitionseinkäufe um 5,3 % gegenüber dem Vorjahr.

 

Die meisten Investitionen wurden im Handel ( Anstieg 34 % ), im Transportwesen, in der Kommunikation ( 17 % ) und im Finanzwesen ( 14 % ) getätigt. In der Industrie sind diese Ausgaben um 4 % gewachsen, hauptsächlich dank der Investitionen in der Tabakverarbeitung, im Verlagswesen, Papierproduktion und im Maschinen- und Elektrogerätebau. Bei den Investitionseinkäufen ist der Anteil von Importmaschinen und Einrichtungen von 37 % 98 auf 34 % gesunken.

 

Von 60 auf 64 % ist der Anteil des Privatsektors in den investierenden Betrieben gewachsen. 1999 erfolgten ca. 25.000 Neuinvestitionen. Das sind 11 % mehr als 1998. Deren Gesamtwert ist jedoch um nur 2 % gewachsen, sodass der Anstieg hauptsächlich in kleinen Investitionen zu sehen ist.

 
     
   

Nachrichtendienst Polen 21. März 2000

 

1.

 

ISO 9000 wird bei Betrieben in Polen zum Standard

 

Der Prozess der ISO Zertifizierung ist weder einfach noch billig. Er garantiert jedoch die zur Aufnahme von Wirtschaftsbeziehungen mit den Ländern der Europäischen Union unerlässliche Qualität. ISO 9000 ist die Qualitätsnorm. Der Inhalt wird durch die International Standard Organisation ( ISO ) in 9001, 9002 9003 festgelegt. 2000 soll eine einheitliche Norm ISO 9001:2000 eingeführt werden, die bisherige Regelungen zusammenfasst.

 

Die von ISO gestellten Anforderungen betreffen die Dokumentation, Planung, Verwaltung, innerbetriebliche Kommunikation, Personalschulung, Arbeitsbedingungen, Organisation.

 

Die Zeit, die eine Firma braucht um die ISO Standards umzusetzen, hängt von ihrer Größe und Organisation ab. In der Regel kann von einer Dauer von 10 Monaten gesprochen werden. In dieser Zeit wird zusammen mit einem Consulter und dazu berufenen Angestellten der Firma ein System nach ISO eingeführt.

 

Die Zertifizierung wird für 3 Jahre erteilt. Nach dieser Zeit kann sie erneuert werden. Kein Zertifizierungsunternehmen wird die Erneuerung erteilen, ohne vorher die Verbesserung der durch den Kandidaten angebotenen Qualität in den vergangenen Jahren zu überprüfen.

 

In Polen haben zur Zeit ca. 2.000 Firmen verschiedene Zertifikate nach ISO erteilt bekommen. ISO wird zum Standard. Die großen Auftraggeber zwingen sogar unter Androhung der Kündigung der Verträge ihre Subunternehmer zur raschen Einleitung einer ISO Zertifizierung.

 

Ein Unternehmen mit ca. 150 Angestellten wird der Consulting Firma für die Beratung zur Erlangung von ISO Standards ca. 40.000 PLN ( 20 TDM ) bezahlen müssen. Die zum Erteilen der Zertifizierung ermächtigte Firma wird für die erste Prüfungsetappe vor der Erteilung der Zertifizierung ca. 12.000 bis 25.000 PLN verlangen. Der nächste Schritt, Zertifizierungsaudit ( tatsächliche Prüfung ) schlägt mit einem Betrag zwischen 3.000 und 8.000 PLN zu Buche. Zum Abschluss des Verfahrens wird das Zertifikat ausgestellt, der Kostenpunkt liegt bei ca. 5.000 PLN.

 

2.

 

Internet und Telekommunikation

 

In den nächsten Jahren werden in Polen viele Investitionen im Bereich der Internetprojekte und Telekommunikationsinfrastruktur getätigt.

 

Die Firma Szeptel AG möchte noch im März eine e- Commerce Dienstleistung in Verbindung mit lokalen Nachrichten im Internet anbieten. Die Gesellschaft will in zwei Jahren 100 Mln. USD in den Bau eines Transmissionsnetzes investieren. Die Versammlung der Aktionäre der Firma soll über die Emission von zwei Serien von Aktien entscheiden. Die erste in der Höhe 5 - 10,5 Mln. wird an Finanzinvestoren gerichtet, die zweite 0,5 Mln. an Brancheninvestoren und den eigenen Vorstand.

 

Die Emission wird für Mai geplant.

 

Die erworbenen Finanzmittel werden in erster Linie für den Bau eines gesamtpolnischen Internet Netzes verwendet, das einen schnellen Zugang zum Internet gewährleisten soll. Dieses Netz soll vor allem die größten Städte verbinden. Der Vorstand der Firma schätzt die Höhe des notwendigen Kapitals auf 100 Mln. USD ein. Die Gesellschaft wird sich künftig im e-Handel und in Multimedia engagieren.

 

Eine andere Gesellschaft Optimus hat Pläne bekantgegeben, wonach sie in den kommenden zwei Jahren 50 Mln. USD aus dem Immobilienverkauf in die Basisbereiche investieren will. Dazu zählt das Internet ( Onet.pl ). Für die Mitte des Jahres wird ein Partner gesucht. Bereits jetzt gibt es ca. 20 Interessenten. Im Augenblick wird über die Wahl der Investitionsbank entschieden, die die Firma bei ihrem Vorhaben beraten soll. Ein Börsengang von Onet.pl wird nicht ausgeschlossen. Onet.pl hat ca. 450.000 registrierte Nutzer.

 

Um die Führungsposition auf dem polnischen Markt kämpft eine andere Internet Firma Agora. Die Firma soll nach eigener Darstellung in der Lage sein, die notwendigen Investitionen allein zu tätigen. Ernsthaft werden jedoch die möglichen, strategischen Allianzen in Betracht gezogen. Die Investitionspläne der Firma bis 2002 belaufen sich auf ca. 40 Mln. USD. In dieser Summe werden die Promotions- und Vertragskosten nicht gerechnet. Nach Darstellung der Firmenleitung können inklusive Kredite sogar 100 Mln. USD bereit gestellt werden.

 

InterNetia ist eine Tochtergesellschaft von Netia, die Internetleistungen anbietet. InterNetia soll schon ab April in ganz Polen den Internetzugang anbieten. Im III. Quartal sollen auch die Ferngespräche angeboten werden, im IV. Quartal soll die Infrastruktur ganz Polen erfassen. Die Firma will sich nicht ausschließlich auf das Internet konzentrieren. Sie wird in New York notiert und will noch in der ersten Jahreshälfte einen Börsengang in Warschau durchführen.

 

Im IV. Quartal 99 hat die Gesellschaft schon einen Gewinn verzeichnet. Das Unternehmen Netia plant auch die Teilnahme an der neuen Ausschreibung als Betreiber der Funktelefone. Auch wenn sie in diesem Jahr die bevorstehende Ausschreibung für die Telekommunikationsleistungen für sich entscheiden sollte und Investitionen im Bereich des Marketings erfolgen, sollte sich die positive finanzielle Entwicklung festigen.

 

In diesem Jahr soll der Wert von geplanten Investitionen der Netia in Polen 235 Mln. USD erreichen ( ohne evtl. Investitionen in Warschau ). Für 2001 sind 170 Mln. USD Investitionen geplant. 

     
   

Nachrichtendienst Polen 17. März 2000

 

1.

 

Freisetzen des Zlotykurses

 

Die Chefin der NBP ( National Bank Polens ) Frau Hanna Gronkiewicz - Waltz meint, unter Berufung auf den Internationalen Währung Fonds, Polen solle mit den Plänen der vollständigen Freigabe der Währung warten, bis das Defizit der laufenden Ausgaben nicht mehr wächst. Ihrer Meinung nach wird die Kursfreigabe keinen Einfluss auf sein Niveau nehmen.

 

Die Pläne zur Freigabe des Kurses sind die Konsequenz der Bestrebungen des Währungsrates, zum Jahr 2003 die Inflation auf unter 4 % zu senken. Der Währungsrat nimmt die Pläne zur Inflationsbeschränkung für 2000 auf 5,4 bis 6,8 % sehr ernst.

 

Ausdruck dieses Willens waren die dreimalige Anhebungen der Zinssätze. Die Zentralbank ist auch verunsichert durch das hohe Niveau der Defizite in den laufenden Umsätzen. 1999 hat dieses Defizit 7,6 % des BIP erreicht, obwohl es noch 1998 4,4 % betrug.

 

Um der künstlichen Stärkung der polnischen Währung entgegen zu wirken, haben die Regierung und die NBP ein Konto für die Einnahmen aus der Privatisierung angelegt. NBP will auch, entsprechend der Festlegung mit anderen Banken, trotz der Inflationsspannungen die Sätze der obligatorischen Reserve nicht anheben.

 

In Zukunft soll die Einführung des Euro einen Import niedriger Inflation und des Vertrauens in die Währung bringen. Das bedeutet niedrigere Zinssätze und schnelleres Wachstum.

 

In den nächsten 7 Jahren wird der Verlust von 50.000 Arbeitsplätzen im Banksektor erwartet. Die Banken, die die Personalkosten nicht reduzieren, werden zu Übernahmekandidaten. Im polnischen Bankensystem seien noch 2 oder 3 Fusionen möglich.

 

Polnische Währung

 

Auf der Optimismuswelle und in Erwartung der Veröffentlichung der statistischen Daten verhalfen Investoren dem Kurs der polnischen Währung zu einem neuen Höhenpunkt. Am Freitag den 10. März hat die Währung eine psychologische Marke erreicht, 6 % Differenz zwischen dem Zentralkurs und dem Marktwert.

 

Die Notierung des Dollars ist bei NBP ( National Bank Polens ) auf 4,0926 PLN und des Euro auf 3,9583 PLN gefallen. Binnen einer Woche hat der Zloty 3,24 Groschen zum Dollar und 2,32 Groschen zum Euro gewonnen.

 

Den Grund für die Stärkung der polnischen Währung sehen die Händler in verschiedenen Faktoren. In der ersten Wochenhälfte wurde der Kurs durch den Tausch von Fremdwährungen in Wertpapiere angetrieben. Ein Teil der Auslandsinvestoren hat PL Währung für die im März erworbenen Obligationen gekauft.

 

Ein großer Teil der Börsenspekulanten aus dem Ausland hat den Zloty zum Kauf von Wertpapieren gesucht. Die ganze Zeit beobachteten die Händler einen positiven Trend zum Kauf von Obligationen. Unter den Investoren, die fremde Währungen verkauften, waren auch solche, die den Kauf von Wertpapieren auch längerfristig vorbereiten.

 

Der Einfluss hoher Zinsen hat länger angehalten, als die Analysten ursprünglich prognostiziert hatten. Die Einkaufs- und Umtauschmengen waren nicht riesig, jedoch groß genug, um den Optimismus auf dem Wertpapiermarkt aufrecht zu erhalten, und die Banken dazu zuführen, die sogenannte Position zum Spekulationsspiel auszubauen.

 

Der Zloty profitierte von den mit Spekulationen erweckten Hoffnungen. Die Erwartungen der Investoren im Hinblick auf die Inflationsdaten haben zusätzlich zum Kauf animiert. Diese soll allerdings im Februar niedriger sein als im Januar. Ähnlich optimistische Prognosen gab es im Bereich der Produktionsdaten.

 

Weitere Unterstützung kam aus dem Rat der Währungspolitik, der ein Defizit der laufenden Umsätze unter 7 % BSP vorhersieht ( 1999 - 7,6 % ). Sollten sich die Marktprognosen bestätigen, sehen die Händler die Möglichkeit zu noch größerer Abweichung des Zentralkurses vom Marktwert und zwar deutlich über 6 %. Wenn die Daten des Statistischen Amtes ( GUS ) enttäuschen, wird der Zloty billiger. Eine Differenz von 5 % sollte jedoch bleiben.

 

Durch politische Ereignisse oder die Bekanntmachung der Wirtschaftsdaten könnte eine Verunsicherung ansetzen, die zur Abwendung des Zloty führen könnte. Momentan liegt der Wert der Transaktionen auf dem Niveau von 1,2 - 1,5 Mld. USD täglich.

 

     
   

Nachrichtendienst Polen 7. März 2000

 

1.

 

Waschpulver - Der Preis- und Werbekrieg

 

Seit Anfang dieses Jahres spitzt sich der Kampf um die Marktanteile zu.

 

Nach den im Januar erfolgten Preissenkungen bezahlt man jetzt in Polen um 10 - 15 % weniger für Waschmittel als 1999. In den großen Handelsketten scheint die Waschmittelwerbung allumfassend zu sein. Während einer Werbekampagnie kann man die Erzeugnisse um bis 50 zu % billiger einkaufen.

 

Produzenten schätzen die Häufigkeit der Waschmittelwerbung in polnischen Medien auf Doppel so hoch als in Westeuropa. Die Ausgaben für die Fernsehwerbung sind 1999 im Vergleich zum Vorjahr um 22 % auf 216,2 Mln. PLN gewachsen.

 

Nach Meinung der Experten gilt der polnische Markt als besonders schwierig und erzwingt damit diese Ausgaben. Die Konkurrenz ist in Polen besonders stark. Schwächere Produzenten wurden schon Anfang der neunziger Jahre aus dem Markt verdrängt.

 

Weltproduzenten wie Procter & Gamble, Unilever, Henkel, Benckiser und Cussons kämpfen erbittert um die Gunst der Käufer. Die meisten von ihnen haben Hunderte von Millionen Dollar bei Kauf und Modernisierung von alten polnischen Betrieben investiert.

 

Fast alle bieten die volle Palette der Waschmittel an. Produziert werden sowohl die teuersten sogenannte Premiumclass, als auch mittlere und billigste Produkte.

 

Die große Konkurrenz hat den polnischen Konsumenten eine für andere Länder unübliche Vielzahl der Marken gebracht. Allein unter den bekanntesten sind ca. 20. Die Marktforscher bescheinigen deshalb auch den Konsumenten in Polen keine dauerhafte Bindung an Produkte eines Herstellers.

 

Trotz der Meinung der Produzenten, dass sich der polnische Markt am besten in dieser Region von Europa entwickelt, haben die letzten Jahre keinen Verbrauchsanstieg gebracht.

 

Das statistische Amt schätzt den Verbruch in den Jahren 1996-98 auf ca. 6,6-6,8 Kg pro Kopf. 1999 wurden, quantitativ gesehen, um 12,3 % Waschmittel weniger im Vergleich zum 1998 verkauft ( 295.000 Tonen ).

 

Andere Schätzungen gehen von 170.000 Tonen mit einem Wert 1,25 Mld. PLN für das 1999. Der Verkaufswert ist demnach in den letzten 2 Jahren um 10 % gewachsen sein. Am schnellsten wuchs der Verkauf der billigeren Produkte. Deren Anteil an der verkauften Menge ist von 34,3 % 1997 auf 39,5 % 1999 gestiegen.

 

Die Produzenten schätzen das Segment der billigen Waschmittel auf Doppel so hoch als in den westeuropäischen Ländern. Im Verhältnis zum Verkaufswert sind die Anteile dieser Gruppe von 27 % auf 31 % 1999 gewachsen. Dieser Anstieg wurde hauptsächlich auf Kosten der Produkte aus der mittleren Preisgruppe vollzogen. Von 53 %1997 sind die Anteile 1999 auf 48 % gefallen.

 

Die teuersten Waschmittel stellen 21 % des verkauften Wertes dar. Marktbeobachter sind der Meinung, das verlangsamte Tempo der wirtschaftlichen Entwicklung in den letzten Jahren favorisiere den Verkauf der billigeren Produkte.

 

Die Rentabilität wird von Produzenten als niedrig eingestuft. Wichtig sind die Marktanteile, die als stabil gelten.

 

Der Preiskrieg wurde von Procter & Gamble mit einer Preissenkung auf alle Waschmittel eröffnet. Alle anderen bedeutenden Hersteller sind nachgezogen. Dieser Schritt, meinen Beobachter, wird die Konzerne 100-150 Mln. PLN kosten. Jedoch gilt er erst als der Anfang.

 

Ende Februar wurde in der Presse eine Werbung veröffentlicht, die den teuersten Anbieter Ariel mit einem der billigeren Anbieter vergleicht, der die Effizienz des Waschpulvers von Ariel in Frage stellt. Es war der erste Fall einer vergleichenden Werbung, die auf die Ergebnisse der Untersuchungen des Instituts der Chemischen Industrie zurück geht.

 

Andere Tests haben jedoch zugunsten des Produkts Ariel entschieden. In Kommentaren der Produzenten gab es kritische Stimmen, die meisten jedoch rechnen in solchen Fällen mit der regulierenden Wirkung des Marktes.

 

2.

 

Auslandsinvestitionen in Polen

 

Der Zulauf des Kapitals nach Polen wurde 1999 leicht gebremst, jedoch wird die Privatisierung der Betriebe eine Verbesserung bringen.

 

1999 sind 8,3 Mld. US Dollar an direkten Investitionen nach Polen geflossen ( 1998 - 10,1 Mld. US Dollar ). Diese Angaben stammen von der Agentur der Auslandsinvestitionen (PAIZ). Seit Anfang der neunziger Jahren haben Unternehmen aus dem Ausland fast 39 Mld. USD in Polen investiert.

 

Der Grund für die Verlangsamung des Kapitalflusses wird hauptsächlich in der Russlandkrise und in der Unsicherheit der Investoren über deren Auswirkungen auf die Wirtschaft Polens gesehen.

 

Polen bleibt jedoch an der Spitze der Mittel- und Osteuropäischen Länder. Einige Fachleute sehen einen direkten Zusammenhang zwischen ausländischen Investitionen und dem Anstieg des Bruttosozialproduktes. Man kann davon ausgehen, dass ein einprozentiger Anstieg des BIP 3 bis 4 % des Investitionsanstiegs entspricht. Ein größeres Wachstum der Investitionen könnte das makroökonomische Gleichgewicht stören, denn Auslandsinvestitionen stimulieren im Regelfall auch den Import.

 

Es ist zu erwarten, dass 2000 die Direktinvestitionen mit 10-12 Mld. USD einen Rekord erreichen. Dies wird auf den schnelleren Anstieg des BIP ( über 5 % ) und die breitgefächerten Privatisierungspläne der Regierung in Warschau zurückgeführt. Die Einnahmen aus der Privatisierung werden voraussichtlich 5 Mld. USD (1999 - 2,8 Mld. USD ) bringen.

 

Experten meinen hierzu, dass der jetzt noch wachsende Anteil des Kapitals aus der Privatisierung in Kürze zum Problem werden könnte, wenn diese Quelle nicht mehr fließt.

 

Die prognostizierten Zahlen für 2000 sprechen schon jetzt von einer Minderung der Investitionen, die nicht auf Grund der Privatisierung getätigt werden.

 

Die Schätzungen der UNCTAD belegen, dass das meiste () Auslandskapital 1999 in Polen angelegt wurde. Von allen Länder der Region wurden in Polen ca. 36 % investiert, 17 % In Tschechien, 14 % in Russland, 8 % in Ungarn. Pro Kopf der Bevölkerung bleibt Polen mit 1.000 USD hinter Ungarn und anderen kleinen Ländern wie Estonien und Slowenien zurück.

 

Der positive Einfluss der Auslandsinvestitionen auf die Wirtschaft ist gewachsen. 1998 haben Firmen mit ausländischem Kapital 16 % aller Erwerbstätigen in Polen beschäftigt. Gleichzeitig wächst auch der Anteil der Firmen im Außenhandel - sowohl im Export wie auch im Import.

 

Der größte ausländische Investor in Polen ist nach PAIZ der koreanische Konzern Daewoo (1,55 Mld. USD insgesamt ), vor FIAT (1,47 Mld. USD). Die Koreaner planen weitere Investitionen in Höhe 632 Mln. USD.

 

Der größte Investor 1999 war die französische Gruppe Vivendi, mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von über 1,2 Mld. USD. Mit 49 % der Anteile an Elektrim Telekomunikacja hat sie die bisher größte Übernahme einer privaten Gesellschaft in Polen durchgeführt. 1999 hat die Firma fast 870 Mln. USD für die Anteile bezahlt, der Rest, ca.360 Mln. USD, ist Anfang des Jahres eingegangen. Mit diesem Engagement hat sich das Unternehmen an die dritte Stelle der ausländischen Investoren in Polen geschoben.

 

1999 waren auch die Investoren aus der Finanzbranche aktiv.

UniCredito Italiano hat für 1,04 Mld. USD ca. 53 % der Aktien von Pekao SA übernommen. Eureko BV hat 20 % der Aktien von PZU ( Versicherungen ) für über 600 Mln. USD gekauft. Die Allied Irish Bank investierte 582 Mln. USD in die Übernahme der Anteile der Bank Zachodni.

 

Bis jetzt investierten in Polen 72 Unternehmen ein Kapital über 100 Mln USD.

 

Auf der Liste der Länder, aus denen die meisten Investitionen fließen, belegt Deutschland den ersten Platz mit insgesamt 6,1 Mld. USD Investitionswert ( 17,3 % ). Platz zwei gehört den Firmen aus den USA (5,2 Mld. USD - 14,7 % ), an dritter Stelle liegen französische Investoren ( 3,9 Mld. USD - 11,1 % ). Auf weiteren Plätzen befinden sich: Holland (3,2 Mld. USD), Italien ( 3,2 Mld. USD ) und internationale Konzerne ( 2,6 Mld. USD ).

 

Aufgeschlüsselt nach Wirtschaftssektoren belegt die Produktion ( 17,32 Mld. USD ) - Rang 1; darunter Lebensmittelindustrie (4,62 Mld. USD) und Autoindustrie ( 4,4 Mld. USD ), Finanzdienstleistungen ( 7,86 Mld. USD ) und Handel 3,4 Mld. USD ).

 

 

     

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