Nachrichtenservice Polen 25. Januar 2000 - EuroPlan consult

 

1

 

Baumesse in Posen Budma 2000

 

Am 21.01.2000 ist die 4 tägige Internationale Baumesse in Posen Budma 2000 zu Ende gegangen. Es war bisher die größte Präsentation der Bauindustrie in Polen. Die Installations- und Sanitärmesse wurde in diesem Jahr zum ersten Mal ausgegliedert, sie wird im Februar stattfinden. Auch die Baumaschinen- und Bauausrüstungsmesse wird als eigenständige Veranstaltung unter dem Namen BUMASZ in Juni durchgeführt.

 

An der Budma haben 1535 Firmen teilgenommen, neben polnischen Ausstellern Firmen aus 26 Länder. Die meisten ausgestellten Produkte waren Fenster, Wand- und Fußbodenfliesen sowie Chemieerzeugnisse. Die interessantesten Produkte, während der Messe vorgestellt, wurden 

 
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mit der MTP Goldmedaille ausgezeichnet. Unter denen waren 6 ausländische und 11 polnische Firmen. Mit der Medaille wurde unter anderem ein Einkomponentenkleber für Keramikfließen der Firma Kerakoll SpA, Straßenwürfeln aus Beton der Firma Poz-Bruk, sowie Antigraf - ein Präparat der Firma Zaklad Doswiadczalny Silikonow zum Schutz der Fläche vor Graffitischäden.

 

Obwohl das Ergebnis im letzten Jahr nicht das beste war, bewertet die Branche die zurückliegende Dekade positiv. Sie hat mit der sinkenden Investitionsnachfrage und schlechter Konjunktur der Wirtschaft zu kämpfen. Polnische Firmen konkurrieren mit immer aktiver werdenden ausländischen Unternehmen.

 

Die meisten Betriebe in Polen sind klein. Im 1998 kam über 40 % der Produktion von Firmen, die unter 20 Personen beschäftigen. Obwohl die Finanzdaten zeigen, dass die Rentabilität der Branche manchmal sogar die der gesamten Wirtschaft übersteigt, fehlt jedoch vielen Firmen das Kapital. Der wichtige Teil der Bauproduktion bleibt der Wohnungsbau. Im ersten Halbjahr 1999 wurden um 6% mehr Investitionen angefangen als in der vergleichbaren Zeit 1998. Die Bremse in der Entwicklung sind hier immer noch hohe Wohnungspreise und teure Kredite.

 

Das Steigende Einkommen der Bevölkerung verändert positiv den Bedarf an Baumaterialien und Bauleistungen. Laut der während der Ausstellung veröffentlichten Untersuchung der IBOiR ( Instytut Badania Opinii i Rynku ) plant jeder dritte Pole in diesem Jahr Renovierung oder Bau eines Hauses. 1999 haben 35 % der privaten Haushalte solche Arbeiten geführt. Der Mittelbedarf pro Familie im Schnitt betrug 9.5 %.

 

2.

 

Die 100 größten Unternehmen der Baubranche in Polen

 

Zum dritten Mal hat die Zeitschrift Murator eine Liste der hundert wichtigsten, polnischen Bauunternehmen veröffentlicht. Die privaten Unternehmen dominieren unter den größten Firmen und in der Zahl sind es 90, im Vorjahr waren es 78. Von diesen 90 werden 79 ausschließlich mit polnischem Kapital finanziert. 11 der Firmen verfügen über Mischkapital entweder mit staatlichen oder ausländischen Firmen.

 

Die mittlere Einkommensdynamik aus der Bau- und Montageproduktion betrug 32% ausgedrückt in Preisen von 1998. Es ist eine atemberaubende Entwicklung, wenn man die Abschwächung des Wirtschaftswachstums in diesem Jahr berücksichtigt.

 

Auf dieser Basis kann man feststellen, dass die großen Firmen sich von dem Durchschnitt der Wirtschaft abheben. Die Gewinne der Bauunternehmen sind dagegen ehe niedrig. Dies wird in erster Linie auf die hohe Konkurrenz und die relativ große graue Zone, sowie die Schwarzarbeit zurückgeführt.

 

Die Exportaktivitäten der größten Firmen auf dem Markt sind verglichen mit 1997 soeben gestiegen. Die Produzenten schneiden noch besser als Baufirmen in diesem Ranking ab. Diese Firmen haben 1998 im Schnitt um 5,9 % ihre Rentabilität verbessert ( im Vergleich Baufirmen 3,1 % ) und haben fast Doppel so hohen Produktionszuwachs als die Baufirmen.

 

Die Ursachen dafür liegen in der nicht so starken Konkurrenz wie zwischen den Baufirmen, hoher Spezialisierung, langen Produktionsserien, sowie einem Absatzmarkt außerhalb des Baumarktes. Diese Unternehmen weisen auch einen größeren Anteil der Exportproduktion nach.

 

3.

 

Zertifizierung in Polen

 

In den letzten Tagen wurde die Short List der Waren mit Zertifizierungspflicht vom polnischen Premierminister unterschrieben und sie wird demnächst veröffentlicht. Mit der Veröffentlichung können die Unternehmen, ähnlich wie in der EU, für die Sicherheit ihre Waren selbst bürgen.

 

Um heute einige Erzeugnisse auf den polnischen Markt einzuführen muss das Zertifikat der Sicherheit, sogenanntes Zeichen B erworben werden. Diese Pflicht betrifft sowohl polnische als auch ausländische Importeure. Auf der bisherigen Liste sind 525 Produkte, auf der neuen werden es 401 sein.

 

Das B-Zeichen wurde bis jetzt, zahlungspflichtig, durch das PCBC (Polskie Centrum Badan i Certyfukacji verliehen. Einige EU Regeln wurden mit der Novelle des Gesetzes vom Juli 1999 eingeführt. Bis zur Veröffentlichung der neuen Liste der Waren bleibt die Zertifizierung eine Domäne des PCBC.

 

Mit dem Inkrafttreten der neuen Regel werden sich Firmen entweder um das Zeichen B bewerben, oder sie werden selbst die Sicherheit ihrer Waren garantieren - sie unterschreiben lediglich eine Erklärung. Wird sich diese Erklärung jedoch als falsch erweisen, wird die Firma sämtliche Konsequenzen durch das Falschfunktionieren der Ware tragen müssen.

 

4.

 

Der Internetmarkt in Polen - große Entwicklungspotenziale

 

Nach Meinung der Fachleute wird sich der Markt für Internetdienstleistungen in Polen in den kommenden Jahren rasch entwickeln. Die Zahl der Internetnutzer wird momentan auf 2 bis 3 Mln. geschätzt, d.h. ca. 8 % der Gesellschaft.

 

Die teure Computerausrüstung und vor allem schwache Infrastruktur im Bereich der Telekommunikation werden als die wichtigste Bremse in der Entwicklung genannt. Fast alle Teilnehmer sind Kunden bei dem Monopolisten Telekomunikacja Polska SA, der den Zugang zum Internet durch eine allgemeinzugängliche Nummer gewährleistet.

 

 

Da die Gebühren beim jetzigen Stand der Technik nicht sonderlich hoch erscheinen, kann eine Preissenkung nur durch Einführung neuer Technologien stattfinden.

 

Eine der Branchen im Internet, die sich wohl in Polen am schnellsten entwickeln wird, ist der Bereich e- commerce. Eine wahre Revolution könnte in Kürze ansetzen, wenn die Kabelnetzbetreiber ihre Infrastruktur an die Anforderungen dieser Technik anpassen. Der Kunde wird dann für ein Gesamtpaket von Leistungen bezahlen, was billiger ist als Telefon, Fernsehen und Internet getrennt.

 

Es ist schwierig zu sagen, wie viele Firmen Internetdienstleistungen anbieten. Neben den Firmen, die eine Konzession besitzen, gibt es mindestens Doppel so viele ohne Konzession. Als Internetfirmen gelten oft auch Grafikstudios, die lediglich die Internetseiten programmieren. Insgesamt wird die Zahl der Firmen auf 300 geschätzt.

 

In der letzten Zeit engagieren sich in der Internetbranche auch Hersteller von Computern und Software sowie Radiosender ( Radio Zet, RMF FM ) und Verlage ( Agora der Herausgeber der "Gazeta Wyborcza" ). Nahezu jede Firma aus dem Bereich Teleinformationssysteme hat schon ihr Interesse für das Internetgeschäft bekundet ( Computer Land, ComArch, Prokom, Softbank ).

 

Auf dem Markt gibt es ca. 58 bedeutende Firmen. Die größten 10 sind in Warschau angesiedelt ( Telbank, Euro Net, TP SA CST, Nask, Tel-Energo, Polskie Sieci Nadawcze, Atom, IT Polska, Polpager OSP und AtCom ).

 

Anfang 1999 hat ein amerikanisches Unternehmen GTS Group ca. 10 Mln. USD in zwei der oben genannten Gesellschaften investiert und hat damit das Unternehmen Internet Partners gegründet.

 

Heute ist die Nachfrage nach Internet Dienstleistungen so groß, dass spezialisierte Unternehmen praktisch ohne Konkurrenz auf dem Markt sind.

     
   

Nachrichtendienst Polen 18. Januar 2000

 

1.

 

Neues Handelsrecht

 

Die Modernisierung der bisher gültigen Vorschriften über Gesellschaften mit beschränkter Haftung, Aktiengesellschaften, Kommanditgesellschaften und offene Handelsgesellschaften, sowie die Angleichung an die europäischen Standards, sind die wichtigsten Ausgangspunkte für das neue Recht der Handelsgesellschaften. Die neue Regelung soll den bisherigen Kodex von 1934 ersetzen.

Zwei neue Gesellschaftsformen werden eingeführt: die Partner- und die Kommanditgesellschaft auf Aktien. Die erste soll den Vertretern der freien Berufe, den Juristen, Ärzten, Sachverständigen, Architekten, Steuerberater die Gründung von konkurrenzfähigen Firmen ermöglichen. Die andere soll den Unternehmern die Kapitalbeschaffung erleichtern.

 

Das ökonomische Komitee der polnischen Regierung soll jetzt über das neue Handelsrecht beraten. Es ist zu erwarten, dass der Entwurf bald als Regierungsentwurf zum Parlament gehen wird. Der Entwurf wurde auf Antrag der Kodifizierungskommission des Zivilrechts getätigt und hat ein sehr gutes Prädikat der Legislative bekommen.

 

Die neue Regelung berücksichtigt die wirtschaftlichen Aktivitäten in Polen und gleicht sich an die europäischen Standards an. Der Entwurf umfasst 636 Artikel. Sie sind präziser gefasst als bisher angewandtes Recht und berücksichtigen besser den Schutz der Wettbewerber und der Konsumenten.

 

Das neue Recht der Handelsgesellschaften sollte im Januar 2001 in Kraft treten zusammen mit dem im Dezember 1999 verabschiedeten neuen Recht der wirtschaftlichen Tätigkeit ( prawo dzialalnosci gospodarczej ) und dem Gesetz über Gerichtsregister des Landes ( Krajowy Rejestr Sadowy ), sowie der Novellierung des Zivilrechts.

 

Partnergesellschaft

 

Sie soll den Vertretern der freien Berufe die Gründung von Firmen ermöglichen, die in der Lage sind, größere Vorhaben durchzuführen. Diese Gesellschaftsform setzt sich aus den Gesellschaftern die mit anderen Gruppen zusammenarbeiten. Gegenüber den Vertragspartnern tragen die Gesellschaft und die einzelnen Partner die Verantwortung, aber nur für die Bereiche, die sie führen. Es besteht keine gesamtschuldnerische Haftung für alle Bereiche, wie es bei der offenen Handelsgesellschaft der Fall ist.

 

Kommanditgesellschaft auf Aktien

 

Diese Form wird neben der heute existierenden Kommanditgesellschaft eingeführt. Sie soll vor allem die Beschaffung des Kapitals über Aktionäre ermöglichen, die Gesellschaft wird aber weiter durch den bisherigen Kommanditisten geführt.

 

Im Bereich der Personengesellschaften liegen die Veränderungen vor allem in der Schaffung dieser zwei Typen sowie weitreichenden Modifizierungen der Organisation der Offenen- und Kommanditgesellschaften. Die Komplementären haben nach dem neuen Recht subsidiäre, unterstützende Verantwortung.

 

Aufbau des Gesetzes

 

Im ersten Teil werden allgemeine Regeln für alle Gesellschaftstypen dargestellt. Hier finden sich die gemeinsamen Regeln für Personen- und Handelsgesellschaften. Bei den ersten wird deren Rechtspersönlichkeit unterstrichen. Die Personengesellschaft wird in eigenem Namen Rechte erwerben und Verpflichtungen eingehen können, sowie prozess- und namensfähig sein. Vereinfacht wird Gesellschafterwechsel, selbstverständlich unter Einwilligung aller Partner.

 

Weitere zwei Teile werden den Personengesellschaften und den Kapitalgesellschaften gewidmet. Für die Kapitalgesellschaften ( GmbH und A.G. ) sehr wichtig ist die Regulierung in deren Organisationsstadium. Weitere Änderungen betreffen auch die Aktiengesellschaften. Verschärft wurde die Kontrolle im finanziellen Bereich vor allem im Interesse der Minderheitsaktionäre und Partner. Neue Vorschriften gibt es auch im Hinblick auf die Erhöhung des Anfangskapitals und der Auszahlung der Dividende.

 

Die GmbH wurde weitgehend modernisiert und vor allem die Ein- Mann- GmbH wurde neu geregelt. Die Anforderungen an Vertragsabschluß und die Repräsentanz wurden verschärft.

 

Im vierten Teil sind gemeinsam der Zusammenschluss, Teilung und Umwandlung festgelegt.

 

Die neuen Vorschriften richten sich in der Mehrzahl an die EU Vorschriften aus. Die Vorschriften des internationalen Rechts haben als Ziel die Anpassung der schon funktionierenden Gesellschaften und die Lösung der Probleme, die bei Anwendung des neuen Recht entstehen können.

 

2.

 

Messen in Polen - Bedeutung der Fachmessen nimmt zu

 

Obwohl die Entwicklung der Messen in Polen in den letzten zwei Jahren nicht mehr so dynamisch ist, ist Polen gemessen an der Zahl der Veranstalter und der Messen nach Deutschland und Frankreich an der europäischen Spitze. In diesem Jahr werden von ca. 70 Unternehmen 450 Veranstaltungen geplant. 1999 haben 250 stattgefunden.

Zur Zeit entscheiden einige größte Firmen über den Messemarkt in Polen. Die Polnische Messe Korporation ( Polska Korporacja Targowa ), 1993 gegründet nach dem Vorbild ähnlicher Organisationen in Westeuropa, vereint 37 der größten Veranstalter und bereitet über 90 % der Veranstaltungen vor.

 

Die Messeindustrie wird fast ausschließlich durch die polnischen Unternehmen kontrolliert. Doch die Situation kann sich ändern denn viele ausländische Firmen interessieren sich für den Kauf von Anteilen an diesen Unternehmen.

 

Nach Meinung der Fachleute in Polen sind die Messen, nach dem Direktverkauf immer noch das effizienteste Marketingwerkzeug. Sie bieten die beste Gelegenheit zu Aufnahme und Erhalt von Geschäftskontakten, aus denen konkrete Transaktionen resultieren und helfen ein neues Produkt auf den Markt einzuführen. Vor allem in der sich transformierenden Wirtschaft Polens sind sie sehr wertvoll. Sie sind gleichzeitig deutlich preiswerter als Werbung in Medien.

 

An den Messen nehmen in Polen jährlich alleine über 37.000 inländische Unternehmen (auf die Gesamtsumme ca. 2 Mln. Unternehmen) teil.

Veranstalter

 

Der größte Messeveranstalter in Polen ist die Internationale Messe Posen ( Miedzynarodowe Targi Poznanskie). In Posen stellen über 50 % aller ausländischen Wettbewerber in Polen und ein Drittel der polnischen Firmen aus.

 

Zur Marktspitze gehören die Internationale Messe Kattowitz ( Miedzynarodowe Targi Katowickie ), Handelszentrum Kielce ( Centrum Targowe Kielce ), Werbebüro AG in Warschau ( Biuro Reklamy SA w Warszawie ), Internationale Messe Danzig ( Miedzynarodowe Targi Gdanskie ), Chemobudowa Krakau ( Krakow ), Internationale Messe Lodz ( Miedzynarodowe Targi Lodzkie ), Volkshalle Breslau ( Hala Ludowa Wroclaw ), Internationale Messe Polska in Warschau ( Miedzynarodowe Targi Polska w Warszawie. )

 

Die Anfänge der meisten heute bedeutenden Veranstalter waren bescheiden. Die Internationale Messe Danzig hat im 1989 lediglich 3 Veranstaltungen durchgeführt, im letzten Jahr waren es schon 25, die Internationale Messe Lodz hat 3 Messen im 1990 veranstaltet im Jahr 1999 waren es an die 20.

 

Messen

 

Wegen der immer größer werdenden Konkurrenz suchen Unternehmen nach neuen Themen, um neue Ausstellergruppen und deren Kunden anzuziehen. Die branchenübergreifende Veranstaltungen werden immer seltener, statt dessen nimmt die Zahl der Fachmessen zu, begleitet durch Seminare und Symposien.

 

Neben der Baumesse beispielweise finden Fachmessen zum Thema Fenster oder Farben statt. Es gibt auch Messen für Jäger, Kunst, Genetik, etc. Eine Neuheit ist in diesem Jahr die Ausstellung zum Thema ISO Qualität.

 

Die einzelnen Messezentren werden zunehmend mit speziellen Fachmessen in Verbindung gebracht. In Warschau finden hauptsächlich Finanz- und Elektronikmessen sowie Messen der Steuerung und Administration statt. Ein Beispiel dafür ist das Kapital - Finanz Forum "Dein Geld" ( Forum Kapitalowo - Finansowe Twoje Pieniadze ).

 

In Krakau werden durch den Veranstalter Chemobudowa neben der Baumesse auch Fachmessen für Innenausstattung, Heizung und Klima organisiert.

 

Neue Veranstaltungen in diesem Jahr sind die Messtechnikmesse Control-Tech, die Industriearmaturmesse, die internationale Messe der Farben und Lacke Farbpol sowie die Sakralbaumesse.

 

Die bekanntesten Messen sind in folgenden Themenbereichen angesiedelt:

 

- Bau- und Innenausstattungsmessen 45 - 50 jährlich
- Landwirtschaft- und Nahrungsmittelmessen 25 - 40 jährlich
- Automotomessen 20 jährlich
- Informatik- und Telekommunikationsmessen ca. 15 jährlich
- Ekologische Messen ca.10 jährlich

 

Im Veranstaltungskalender findet sich auch die Investitionsmesse der Polnischen Städte, organisiert durch den Bund der Polnischen Städte. Als erstes Ziel wurde hier die Präsentation der Projekte, Vorhaben, Bedürfnisse und der Investitionsmöglichkeiten im Rahmen der kommunalen Infrastruktur, Kommunikation, des Baus der Handels- und Dienstleistung Objekte, Sport- und Rekreationszentren. Zusätzlich werden in diesem Jahr auch Regionen und Bezirke vorgestellt.

 

Kosten

 

Nach Meinung der Aussteller sind die Kosten hoch, wenn man zu Mietgebühren für Ausstellungsfläche noch die Einrichtung des Standes, Werbung im Katalog, Hotel, Transport etc. rechnet. Aus der Sicht der Veranstalter halten sich die Preise in Grenzen, was dadurch belegt wird, dass manche Veranstaltungen Verluste bringen.

 

Alle sind sich darüber einig, dass die Kosten nicht ohne die Gewinne der Aussteller, die die Teilnahme an der Messe erbringt, betrachtet werden können.

 

Einige Veranstalter geben den Quadratmeterpreis in US Dollar an, meistens bei internationalen Messen, was aber nicht die Regel ist, die anderen in Zlotys. Im Vergleich zum Jahr 1999 sind bei manchen Messen die Preise gestiegen. Bei anderen wie MTP im Juni, Drema in Posen, Logistik in Kielce, Forstmesse in Warschau blieben die Preise im Bezug zum Dollar ohne Änderung. In Posen kostet der Quadratmeter der überdachten Fläche bei den meisten Veranstaltungen 75-95 USD.

Als Beispiel der Preisschwankungen kann man die Messe Polyacht in Danzig nennen mit folgender Preisentwicklung für die überdachte Fläche ( 150 PLN / m2 1997 und 1998, 180 PLN / m2 im 1999, 150 PLN / m2 im 2000 ).

 

Der Basispreis für Quadratmeter in der Halle wird mit Strom- und Wasserversorgung berechnet. In der Etage ist die Fläche um 10 - 15 %, draußen 50 - 60 % billiger.

 

Dienstleistungen

 

Es gibt auf dem Markt bereits viele unabhängige Unternehmen mit Dienstleistungen zur Vorbereitung des Messeauftritts. Sie realisieren eigene oder vom Auftraggeber vorgelegte Entwürfe. Sie bauen Pavillons, bieten die gesamte Ausrüstung an.

 

Immer öfter binden sich die Produzenten an einen Messeausstatter. Er übernimmt die Betreuung aller Messen im In- und Ausland. Der Preis für den Aufbau eines Standes beträgt in diesem Jahr zwischen 100 - 250 PLN.

 

Unterschiedlich sind auch die Preise für die Werbung in Messekatalogen - am häufigsten von 300 bis 800 PLN. Die Miete für ein Saal im Konferenzzentrum beträgt für eine Stunde mindestens 200 PLN.

Gewinne

 

Über die Entwicklung bei den Messen zeugt das immer bessere Finanzergebniss. Die Einnahmen der Internationalen Messe Danzig haben sich von ca. 250 TPLN im 1990 auf ca. 13,7 Mln. PLN in 1999 erhöht, das Nettogewinn ist in diesem Zeitraum von 14,0 TPLN auf 1,2 Mln. PLN gestiegen. Im Handelszentrum Kielce haben sich die Einnahmen von 3,5 Mln. PLN im 1996 bis 10,0 Mln. PLN im 1999 entwickelt. 

 

Wettbewerb und Konsolidierung des Marktes

 

In den kommenden Jahren wird die Rolle der internationalen Messen immer größer. Die Konsolidierung des Marktes wird auch mit dem Engagement der ausländischen Investoren erwartet. Der Beitritt Polens zur EU wird die Konkurrenz, vor allem aus Deutschland, Italien und Frankreich verstärken.

 

Polnische Veranstalter werden sich an die in EU Regeln vollständig anpassen müssen. Der größte Schritt, verbunden mit der Veränderung im Bewusstsein und den Gewohnheiten der Veranstalter, war die Einführung der freiwilligen Verifizierung der statistischen Daten.

Die Polnische Messe Korporation, die seit fast 4 Jahren diese Daten bei allen Veranstaltungen, die von den Mitgliedern organisiert werden, verifiziert, wendet die gleichen Kriterien an wie in der EU.

 

Es wird daher einfacher, den professionellen Audit einzuführen.

 

Hinweis: EuroPlan consult liegt ein detaillierter Messekalender in Polen für das Jahr 2000 vor.

     
   

Nachrichtenservice Polen 11. Januar 2000 - EuroPlan consult

 

1.

 

Autobahnen in Polen

 

Der genaue Verlauf der Autobahn A1 ist jetzt bekannt geworden. Der Bau soll im Jahr 2002 beginnen. Die zuständige Behörde hat für den Abschnitt Tuszyn ( Wojewodschaft Lodz ) - Gorzyczki (Grenze zu Tschechien) Anweisungen zum Verlauf der Trasse vom Innenministerium bekommen. Ende Januar werden Gespräche mit dem Unternehmen GTC zum Abschluss des Konzessionsvertrages aufgenommen. Der Abschluss des Vertrages ist für September 2000 vorgesehen und der Bauanfang für den Abschnitt Danzig - Thorn für 2002. Die Strecke wird 564 km lang sein.
Bis jetzt sind nur kleine Teile der Autobahn errichtet worden u.a. eine Brücke über Weichsel bei Torn ( Torun ) sowie einige Zufahrtswege.

 

Bisherige Investitionen sind aus öffentlichen Mittel finanziert gewesen. Das Unternehmen GTC soll den Bau vorwiegend aus eigenen Mittel finanzieren. Die finanzielle Beteiligung der öffentlichen Hand wird noch diskutiert.

 

2.

 

Konjunkturveränderungen in der Industrie, im Bauwesen und im Handel

 

Das Statistische Hauptamt (GUS) meldet eine Verbesserung der Konjunktur in der Industrie im Dezember 1999. Die Unternehmer sagen eine Steigerung der Nachfrage auf Industrie Erzeugnisse im Januar und im I Quartal voraus.

 

Am besten wird die Situation im Bereich der Papierverarbeitung, Erzeugnisse aus Kunststoff, Chemieindustrie, metallverarbeitendem Gewerbe sowie bei Verlagen und polygraphischen Betrieben eingeschätzt. Am schlechtesten sei die Lage bei Produzenten der Audio-Video Geräte, Autoindustrie, Holzverarbeitung, Ledererzeugnissen und Textilien. Dagegen ist die Situation im Bauwesen und im Handel im Dezember schlechter zu beurteilen als im November.

 

Schlechter als im Vormonat haben die Unternehmen die Investitionsbereitschaft für Bauleistungen beschrieben. Die finanzielle Lage der Unternehmen hat sich jedoch gebessert. Preise auf diesem Sektor können schneller steigen als erwartet.

 

3.

 

Telekommunikation - Ausschreibung Fernverbindungen in Polen

 

An der durch das Ministerium in Warschau veröffentlichten Ausschreibung nehmen drei Firmen teil: Firma Netia ( Netia Holding ), Niezalezny Operator Miedzystrefowy - eine Gesellschaft die durch Polskie Sieci Elektroenergetyczne (Polnische Elektroenergetische Netzte) kontrolliert wird und NG Koleje Telekomunikacja (National Grid und PKP). Der künftige Betreiber muss für die Konzession 23 Mln. Euro bezahlen. Der Start ist für den 1. Juli 2000 vorgesehen. Das Ministerium will die Entscheidung in Mitte Februar fallen.

 

4.

 

Telekommunikation - Ausschreibung Ortsgespräche in Warschau

 

Für die Ausschreibung vom Dezember haben bis jetzt 7 Unternehmen die Ausschreibungsunterlagen angefordert: Telekomunikacja Polska, El-Net, Netia, Polish Telecom, Operators, Telefonia Lokalna, Aster City und Polska Telewizja Kablowa. Am 7. Februar 2000 ist der Termin zur Abgabe der Angebote. Gleichzeitig hat Elektrim (El-Net) beim Ministerium einen Einspruch gegen das Verfahren eingelegt. Vollständige Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes in Polen ist für das Ende 2002 geplant.

 

5.

 

Polens Wirtschaft im 1999

 

Die Wirtschaft Polens wurde 1999 durch Effekte der Rezession in Russland und unerwartet hohe Kosten der 4 Hauptreformen beeinflusst. Hinzu kam die schwache Konjunktur in der EU und der niedrige Wert des Euro. Auch der Kosovo Konflikt und Korruptionsaffären in Russland haben sich negativ auf die Investitionsbereitschaft auch in Polen ausgewirkt. Gesellschaftliche Unruhen nahmen Einfluss auf die höher als geplante Inflationsrate.

 

Vor diesem Hintergrund bewertet das Institut der Wirtschaftstudien ( IBnGR ) die Wirtschaftsdaten für die letzten Monate als Erfolg.

 

Die Exporteinnahmen zwischen Januar und September 1999 betrugen 19,5 Mld. Dollar und waren um 3 Mld. niedriger als im vergleichbaren Zeitraum im 1998. Der Export ist weiterhin langsamer als der Import gewachsen. Der Anteil der Exporte in EU Länder ist von 64,2 % im Jahr 1997 bis 71,1 % nach ersten drei Quartalen1999 gewachsen. Der Exportanteil in die Länder der ehemaligen Sowjetunion ist von 17,3 % 1997 auf 9,1 % in den ersten drei Quartalen 1999 gesunken.

 

Die wichtigsten Probleme bleiben Finanzierung der öffentlichen Haushalte, der negative Saldo bei laufenden Umsätzen und hohe Arbeitslosigkeit. 

 

Auf Grund dieser Entwicklung ist durch die Unternehmen eine Entlastungswelle gegangen. Sie hat jedoch zu mehr Effektivität geführt. Die Lage der privaten Haushalte verbessert sich kontinuierlich auch wenn dies nicht so schnell geschieht wie sich die Bevölkerung wünscht.

 

Die Prognosen des Institut der Wirtschaftstudien sprechen von einer Konjunkturverbesserung im Jahr 2000. Das BIP (PKB) soll um 5,2 % ( 1999 - 4 % ) wachsen. Ein Dollar soll im Schnitt 4 Zloty kosten. Die Jahresdurchschnittinflation wird 7,4 % erreichen (1999 - 9,6%), Der Import wird weiterhin schneller als Export wachsen (7,1% und 5,3 %).

 

6.

 

Vorläufiges aus für Pendolino

 

Die polnische Bahn ( PKP ) hat endgültig die Importpläne für den Pendolino aufgegeben. Die Ausschreibung für die Lieferung dieser Züge hat vor einem Jahr das FIAT Ferroviaria Konzern für sich entschieden.
Der Vertrag wurde nicht unterschrieben, denn die Konkurrenz Adtranz Pafawag und Siemens Polska haben Widerspruch bei der polnischen Ausschreibungsbehörde eingelegt. Ein Jahr nach der Ausschreibung hat PKP mitgeteilt sie sei auf Grund der geplanten Reform des Unternehmens und der Finanzlage nicht im Stande solche Investition zu finanzieren. Der Kauf von 16 Zügen sollte ca. 1 Mrd. Zloty ( ca. 0,47 Mrd. DM ) kosten. Die Modernisierung der Strecke Gdynia- Warschau - Kattowitz weitere 4 Mrd. ( ca. 1,9 Mrd. DM ). Die Entscheidung wurde durch die kritische Stellungnahme der NIK (Höchste Kontrollkammer) unterstützt.

 

7.

 

Die Privatisierung in Polen gewinnt im Jahr 2000 an Tempo

 

Die polnische Regierung hat entschieden, das Tempo und den Umfang der Privatisierung zu erhöhen. Das Finanzministerium schätzt die Einnahmen aus den für das laufende Jahr zur Privatisierung stehenden Betriebe auf ca. 20 Mrd. Zloty (ca. 9,5 Mrd. DM). Das ursprünglich vorgesehne Volumen sollte lediglich 11,8 Mrd. Zloty einbringen. Der Staat verfügt über große Aktienpakete der Raffinerien, Banken, Versicherungen, Telekommunikationsgesellschaften und ist Alleininhaber der Elektrowerke, Hüttenwerke, Rüstungsbetriebe, etc.

 

 

     

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